Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

seit dem 19. Februar 2020 ist unsere Stadt nicht mehr dieselbe. Seit diesem furchtbaren Tag gehört Hanau unauslöschlich in die lange mörderische Reihe rechtsextremer, rassistischer Gewaltverbrechen in der modernen deutschen Demokratie.

Es war die dunkelste Stunde unserer Stadt nach dem 19. März 1945, der völligen Zerstörung der Hanauer Innenstadt zum Ende des 2. Weltkrieges. Der 19.02.2020 und der 19.03.1945 sind nun für immer gemeinsam Teil des Gedächtnisses unserer Stadt. Eine bis dahin halbwegs sicher geglaubte Hanauer Welt brach für uns alle zusammen.

Es wurden Menschen mit sogenanntem „Migrationshintergrund“ wieder einmal in Deutschland ermordet. Doch sind nicht nur sichtbar anders seiende Menschen und ihre Aufenthaltsorte gefährdet, sondern unsere Stadt, ja sogar unsere Demokratie als Ganzes. Sie ist bedroht. Wer das nicht verstanden hat, der hat den Kampf schon verloren. Die Internationalen UN-Wochen gegen Rassismus erinnern uns alle daran.

Angefangen hat es 2008 bei uns in Hanau, als ein halbes Dutzend engagierter Menschen die Initiative in die Brüder-Grimm-Stadt brachten – gewissermaßen das Licht entzündeten. Die Gruppe wuchs von Jahr zu Jahr, das Licht wurde heller. Heute sind es fast 50 Hanauer Organisationen, Vereine, Verbände und Privatpersonen, die jährlich bemerkenswerte Veranstaltungen organisieren und den Kampf gegen Rassismus in die Zivilgesellschaft tragen.

Sie geben uns allen in Hanau Kraft, Mut und Zuversicht.

Es ist heute ein Leuchtfeuer, welches selbst in schwierigen Corona-Zeiten von Hanau und von den 26. Internationalen UN-Wochen gegen Rassismus ausgeht.
Dafür sagen wir Danke und bitten alle Menschen in unserer Stadt: werden Sie Teil dieser Aktionen, besuchen Sie die Veranstaltungen und geben Sie damit ein deutliches Zeichen!

 

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Claus Kaminsky
Oberbürgermeister der
Brüder-Grimm-Stadt Hanau

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John Kannamkulam
Ein Stiftungsgründer der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus