Lesung über Elisabeth Schmitz

Freitag · 04. März 2022 · 19.30 Uhr
Lesecafé im Kulturforum Hanau
Am Freiheitsplatz 18a ·63450 Hanau

In ihrer Rede zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht würdigte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Lebensleistung der Hanauerin Elisabeth Schmitz, die beispielhaften Mut bewies.

Bereits 1935 verfasste sie eine Denkschrift, die sich in umfassender Darstellung und Analyse mit der systematischen Ver folgung der Juden auseinandersetzt.

 

Wegen der zugespitzten politischen Lage wird die am Freitag, den 4.März, um 19.3O Uhr im Hanauer Forum geplante Rezitation zur Hanauer Widerstandskämpferin Elisabeth Schmitz auf einen anderen Zeitpunkt verschoben.

Damit soll allen Interessierten die Gelegenheit gegeben werden, an der zeitlich parallel stattfindenden Solidaritäts-Kundgebung für die Ukraine teilzunehmen, die um 18.00 Uhr auf dem Hanauer Markplatz beginnt.

Das Hanauer Frauenbüro und der Verein „Omas gegen Rechts/Sektion Hanau“ , die VeranstalterInnen der Rezitation mit Ursula Zierlinger und Erland Schneck- Holze, werden den Nachholtermin frühzeitig bekannt geben.

 

Erst 2004 konnte die
Quellenlage mit einem Zufallsfund in den Kellerräumen der Johanneskirche in Hanau so gefestigt werden, dass eine gesicherte Wertung ihres Engagements möglich wurde.

Ihre Schriften bieten einen tiefen Einblick in die katastrophale Geschichte des Verhältnisses zwischen Juden und Christen in Deutschland. Sogar in der „Bekennenden Kirche“ war das Eintreten für die entrechteten Juden nicht selbstverständlich, so dass die Veröffentlichung ihrer Denkschrift nicht gewagt wurde. Im persönlichen Risiko rettete sie Leben von Verfolgten, im sogenannten Rettungswiderstand – eine eher vernachlässigte Form des Widerstands, der übrigens weitgehend von Frauen ihrer Sozialisation organisiert wurde.

Außer der bereits erwähnten Denkschrift gibt es Originalmanuskripte, in denen sich Schmitz nicht nur mit dem National sozialismus auseinandersetzt, sondern auch nach dem Krieg zum Umgang mit der Vergangenheit äußert. Elisabeth Schmitz war Hanauerin, arbeitete nach dem Krieg an der Karl-Rehbein-Schule in Hanau und reflektierte die bereits in den fünfziger Jahren gestellte Frage: Was geht das uns heute an?

Ihre Vita wird beleuchtet im Vortrag von Ursula Zierlinger und Erland Schneck-Holze, kommentiert und gespiegelt in der Lyrik hervorragender jüdischer Dichterinnen: Hilde Domin, Nelly Sachs, Rose Ausländer, Selma Meerbaum- Eichinger, Halina Nelken.

Musikalisch begleitet und kontrastiert wird die Thematik von Christine Hagemann mit ihrer Klarinette.

 

Veranstalter
Erland Schneck-Holze
Ursula Zierlinger
Omas gegen Rechts, Ortsgruppe Hanau und Main-Kinzig

>>> www.omasgegenrechts.de
>>> www.kulturforum-hanau.de